Chatbots, künstliche Intelligenz und Frauenpower.

Bernd Buchholz im Gespräch mit Lydia Bahn.

 

In Folge #1 des Podcasts „Echte Chancen“ diskutiert Wirtschaftsminister Bernd Buchholz mit Lydia Bahn, Geschäftsführerin der assono GmbH, über künstliche Intelligenz, Chatbots und wie sie künftig verbal auf menschliche Fragen antworten können. 

 

 

 


 

 

Bernd Buchholz: Moin aus Kiel und herzlich willkommen zu einer neuen Folge meiner Podcast-Reihe „Echte Chancen“. Mein Name ist Bernd Buchholz, ich bin der Wirtschaftsminister des Landes Schleswig-Holstein, und dieser Podcast hat die Idee, Menschen einzuladen, die aus Schleswig-Holstein sind und bei uns im Lande etwas ganz Besonderes tun, was man vielleicht nicht unbedingt sofort mit Schleswig-Holstein identifiziert. Unternehmerinnen, Forscherinnen, Forscher und Politiker, vielleicht auch andere Leute, die aber Dinge machen, die man beim touristisch geprägten Land Schleswig-Holstein mit seinen schönen Küsten gar nicht vermuten würde. Denn was da an Innovativem, Dynamischem, Modernem unterwegs ist, das wissen nur sehr wenige. Deshalb der Versuch, Ihnen Menschen näherzubringen, die in diesem Land aktiv unterwegs sind und Dinge machen, die besonders sind. Heute ist bei mir Lydia Bahn. Lydia Bahn beschäftigt sich den ganzen Tag eigentlich mit Intelligenz, allerdings mit künstlicher Intelligenz. Frau Bahn, herzlich willkommen.

Lydia Bahn: Danke schön. Schön, hier sein zu dürfen, Herr Buchholz.

Frau Bahn, Sie sind wie lange schon in Schleswig-Holstein?

Das ist schon lange. Nach Deutschland bin ich vor 30 Jahren gekommen. In Schleswig-Holstein lebe ich jetzt 20 Jahre. Wenn man mich hört, dann sagt man jedoch oft, die ist doch nicht aus Schleswig-Holstein. Geboren bin ich nämlich in Kasachstan. Dann bin ich mit 20 Jahren nach Deutschland gekommen. Erst nach Kiel, und dann bin ich sofort nach Hannover und habe dort Mathematik und Informatik studiert. Bereits damals fand ich es schon sehr interessant, dass Informatik ein großes Zukunftsfeld ist. Kurz nach dem Studium bin ich nach Kiel zurückgekommen, weil meine Eltern hier gewohnt haben. Und nachdem ich fünf Jahre in Anstellung war, haben wir uns entschieden, dass wir ein Unternehmen gründen.

Was für ein Unternehmen haben Sie dann gegründet, und was macht es?

Das Unternehmen heißt Assono. Assono GmbH. Assono ist Latein und heißt: „Ich stimme mit ein“. Damals vor 16 Jahren haben wir mit der Entwicklung von innovativen Lösungen gestartet, im klassischen Bereich Digitalisierung. Und ungefähr vor fünf Jahren haben wir in einem zusätzlichen Bereich angefangen, und zwar bei Businesslösungen mit künstlicher Intelligenz. Mit einer Software, in der Künstliche-Intelligenz-Komponenten drin sind. Also, künstliche Intelligenz ist ein Riesengebiet. Ein Gebiet ist das Verstehen von natürlicher Sprache, das nächste Gebiet ist Bilderkennung und so weiter. Wir haben damals gesagt, wir müssen irgendwo starten. Diesen Bereich, Verstehen von natürlicher Sprache, fand ich persönlich superspannend. Das können Sie sich so vorstellen. Früher brauchte man Experten, damit der Computer überhaupt bedienbar ist. Das waren Informatiker. Heutzutage ist es so, dass der normale Mensch den Computer verstehen und sofort bedienen kann. Ich spreche jetzt von Handys, von iPads, mit denen auch ältere Leute oft umgehen können. Doch man spricht davon, dass künstliche Intelligenz, wenn man sie wirklich anwendet, es ermöglicht, dass in Zukunft der Computer den Menschen verstehen wird. Das heißt, der Mensch kann etwas einsprechen: „Ich möchte bitte eine Mail abschicken.“ Man diktiert einfach und sagt dann: „Okay, bitte abschicken.“ Das heißt also, der Computer versteht den Menschen, wenn der Mensch in natürlicher Sprache mit dem Computer spricht, also keine Knöpfe drückt, sondern wirklich in natürlicher Sprache sagt, was er will.

Etwas, was wir mit Alexa von Amazon bereits kennen.

Das stimmt, das haben wir auch zu Hause (lacht). Das ist ein guter Vergleich. Mit Chatbots ist das im Businessbereich so, dass ein Unternehmen die Domain mit seinen spezifischen Fachthemen trainiert. Es trainiert diesen Bereich der Software, sodass diese Software dann genau alle Anliegen versteht, die in diesem Unternehmen passieren.

Jetzt haben Sie den Begriff genannt, der dahintersteckt. Chatbots. Was sind denn Chatbots?

Chatbots können Sie sich so vorstellen: Wenn ein Mensch Kurznachrichten schreibt, sitzt auf der anderen Seite kein Mensch, sondern eine trainierte Software, die Antworten im Sinne des Unternehmens diesem Kunden zurückgibt.

Also 24 Stunden, sieben Tage die Möglichkeit, als Unternehmen zu kommunizieren mit meinen Kunden oder den Menschen, die etwas von mir wollen, und das jetzt eben auch nicht durch eine WhatsApp, also durch Text, sondern durch Sprache. Heißt auch, da steckt jetzt viel Forschung und Entwicklung durch Sie selbst drin?

Ja, das ist richtig. Gleichzeitig ist das so, dass wir damals gesagt haben, künstliche Intelligenz ist ein sehr komplexes Gebiet. Nicht jedes Unternehmen kann sich Forschungsprojekte im Millionenbereich leisten. Da haben wir gesagt, was können wir tun, dass wir die Lösungen, die schon im Bereich künstlicher Intelligenz von den großen Anbietern wie IBM vorhanden sind, nehmen und sagen, wir bauen noch etwas drum herum, und bieten nutzbare Lösungen für Unternehmen? Daraus ist zum Beispiel so etwas wie Chatbots entstanden. Dahinter steckt nämlich die künstliche Intelligenz, Verstehen von natürlicher Sprache mit NLP, „Natural Language Processing“.

Sie sind quasi die Mittlerin, die dann eine Lösung für mich bauen könnte.

Ganz genau. Da begleiten wir die Unternehmen schon ziemlich früh in der Phase, das heißt, dass wir erst mal mit dem Unternehmen sprechen. Welche Probleme möchte es dadurch lösen? Was würde es dem Unternehmen bringen? Dann beraten wir, gucken, in welchen Abteilungen man das gut einsetzen könnte. Zudem führen wir Workshops durch. Zum Beispiel sind Chatbots eine Software, und da muss man auf jeden Fall gucken, dass dieser Chatbot auch eine Persona hat. Dass dieser Chatbot nicht in verschiedenen Sprachformen, zuerst mit „Sie“ und dann mit „Du“, eher formell oder eher locker, spricht, sondern dass man das definiert, wie sollen wir als Unternehmen sprechen? Da begleiten wir die Unternehmen, führen diese Workshops durch. Man kann klein starten, man kann mit mehreren Themen starten und sagen, okay, was ist der Plan, und wann kann es schon produktiv gehen? Wenn alles gut läuft, da wundern sich viele, sind es zwei Monate, dann kann man so einen Chatbot schon produktiv gehen lassen.

Wer ist Ihr typischer Kunde, Frau Bahn?

Wir haben zuerst gedacht, dass es wahrscheinlich etwas für größere Unternehmen sei. Haben aber selbst erkannt, dass eher kleinere Unternehmen, also der normale Mittelstand, sage ich mal, solche Lösungen brauchen. Sie können nicht schnell viele Leute einstellen, die im Kundenservice arbeiten. Ein größeres Unternehmen kann das schon eher machen. Wir beraten zum Beispiel jetzt eine Wohnungsverwaltung mit gerade so 50 Mitarbeitern. Dort rufen viele Mieter an und melden Schäden. Der Wasserhahn tropft, wie auch immer. Dann sitzen da Leute, die das Ganze telefonisch aufnehmen, aufbereiten und schließlich intern einen Prozess auslösen. So, jetzt entwickeln wir die Lösung, dass dieser Chatbot 24/7 immer diese Anliegen annimmt. Das war ein Riesenbaum von dem, was alles passieren kann in einer Wohnung, was wir alles eingespielt haben. Jetzt kann dieser Chatbot sozusagen diese Anliegen nehmen, verarbeiten, und für die Zukunft ist geplant, wenn diese Stufe gut funktioniert hat und trainiert wurde, dass man dann auch einen internen Prozess anwendet. Die Vision ist, dass der Mensch so gut wie gar nichts macht. Der Schaden wird gemeldet, geht durch den Prozess, und dann kommt ein Handwerker und repariert die Glühbirne.

Das ist die Idee. Dass der ganze Prozess komplett digitalisiert stattfindet, ohne dass ein Mensch noch eingreifen muss.

Genau, also das ist natürlich für einfachere Fälle, es gibt immer auch komplexe Fälle, wo man den Menschen braucht. Es ist nicht so, dass es den Menschen ersetzt. Um Gottes willen nicht. Sondern diese repetitiven, einfachen Fragen und Probleme können von einer Software übernommen werden.

Nun ist das ja etwas, das klingt nach einer Firma mit vielen, vielen Mitarbeitern. Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Sie?

Nun ja, seitdem ich im Silicon Valley war, wo uns gesagt wurde, es kommt nicht auf die Mitarbeiterzahl an, sondern es kommt darauf an, was wir für den Markt tun, sagen wir immer, wir sind stark genug, um große Projekte zu machen. Bleiben aber schnell genug und nicht zu groß, 25 Personen.

25 Personen, die aber schon im Hightech-Bereich Ahnung haben müssen, wie Sie als Informatikerin, Mathematikerin. Sind das im Wesentlichen studierte Kräfte, oder sind das Menschen, die sich eben mit diesem Bereich beschäftigen? Wo kommt Ihr Personal her?

Das ist eine sehr gute Frage. Es sind tatsächlich alles studierte Leute. Da sind Mathematiker und gerade drei neue Informatiker, die die Universität mit eins abgeschlossen haben. Also es sind schon diejenigen, die großes Interesse auch für diese neuen Themen haben.

Der Sitz Ihrer Firma ist in Schwentinental. Wenn man das jetzt hört hier, dann werden nicht mal alle Schleswig-Holsteiner wissen, wo Schwentinental ist. Das ist in der Nähe von Kiel, wenn man Richtung Plön herausfährt. Ist das denn leicht, dieses Personal zu finden für Ihre Firma, wenn Sie zusätzlich drei Informatiker gerade eingestellt haben, oder ist das ein schwieriges Thema?

Es ist eigentlich schon immer schwierig, im IT-Bereich passende Leute zu finden. Das Problem haben wir mehr oder weniger gelöst, indem wir sehr viel mit Hochschulen kooperieren, sodass wir gemeinsame Projekte anbieten, um da das Interesse der jungen Leute zu wecken. Wir haben zum Beispiel ein Projekt im KI-Bereich zur Bilderkennung gemacht. Studenten haben die Software trainiert, dass sie ein Bild erkennt, das dann im Backend-System verarbeitet werden kann.

Das heißt, diese auf die Sprache fixierten Chatbots sind nicht das Einzige, was Sie im Bereich künstliche Intelligenz machen. Sie machen auch Bilderkennung.

Da sind wir noch nicht so weit wie mit den Chatbots. Mit denen haben wir damals gestartet, und es war so erfolgreich, dass wir gesagt haben, okay, wir möchten uns da vertiefen. Der Bereich Bilderkennung findet auch großes Interesse, aber dort sind wir noch nicht so weit mit Projekten in der Wirtschaft.

Und zurück zu dem Personalthema – das heißt also, mit Ihrer Zusammenarbeit mit den Hochschulen haben Sie bis jetzt noch kein Problem, das passende Personal zu finden?

Probleme schon, dass es dann länger dauert, aber wir kriegen das bis jetzt hin. Nichtsdestotrotz wünschten wir uns schon immer, dass es einfacher ist, dass mehr Schüler Informatik studieren wollen und sich früh genug dafür interessieren.

Vor allem noch mehr Frauen, die sich für Naturwissenschaft interessieren würden und die bei Mathematik und Informatik ein Faible entwickeln könnten. Was müsste man jungen Mädchen, jungen Frauen mitgeben, damit sie Spaß an Informatik und Mathematik entwickeln?

Ich glaube, da sollte man den jungen Mädchen und Frauen sagen, dass sie das können. Die Angst wegnehmen, dass es etwas Unerreichbares sei. Dass es ganz normal ist, das ist nicht Besonderes. Ein bisschen logisch denken, das kann jeder, sage ich mal.

Es gibt offenbar eine Schwelle, wo junge Frauen tatsächlich noch Angst davor haben, sich in diese Bereiche zu entwickeln. Sie haben das getan. Was ist der Auslöser, was müssen wir tun, damit noch mehr junge Frauen in diese Richtung marschieren?

Also ich bin völlig anders aufgewachsen. Mir hat niemals jemand gesagt, als Frau könne man Mathematik nicht, das war für mich neu, als ich nach Deutschland gekommen bin. Ich habe Nachhilfe gegeben für Mädchen, die wegen Mathematik fast das Gymnasium nicht geschafft hätten. Und ich habe tatsächlich nur psychologisch mit denen gearbeitet, ich habe ihnen gesagt, das ist einfach, guck mal hin, das ist logisch. Und dann haben sie es tatsächlich auf Einsen geschafft. Also ich sage, diese Angst vor etwas, das ist eigentlich das größte Problem, glaube ich.

Zurück zur künstlichen Intelligenz. Man sagt ja Deutschland nach, dass wir bei der Digitalisierung nicht gerade vorneweg sind. Eine Firma wie Ihre ist in diesem Bereich seit vielen Jahren unterwegs. Ist da immer noch ein Stückchen Aufholprozess in Deutschland, oder sind wir inzwischen in bestimmten Bereichen schon ganz schön weit?

Mein Gefühl ist, dass wir in Deutschland in diesem Bereich Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Software noch einiges tun müssen. Ich habe das Silicon Valley besucht, welches einen einschüchtert, weil das Budgets sind, die wir in Deutschland nicht einfach so für Entwicklung bekommen. Aber ich war im vorigen Jahr auch in Estland, in Tallinn. Da wurde uns erzählt, dass die vor 30 Jahren mit nichts gestartet haben, mit ganz wenig Budget, nur viel Mut und viel Lust. Die haben eigene Unternehmen unterstützt, Kooperationen geschlossen, und jetzt sind sie vorbildlich. Als wir da waren, haben sie erzählt, dass zwei Delegationen aus anderen Ländern kommen, jeden Tag, um anzuschauen, was sie geschafft haben. Das finde ich wirklich beeindruckend. Da denke ich, es fehlt vielleicht nicht wirklich das Geld, sondern eher der Mut, etwas Neues zu machen.

Was aber auch zeigt, die Chancen sind da, etwas zu bewirken, auch wenn man vielleicht spät gestartet ist. Künstliche Intelligenz schafft nun Möglichkeiten, noch mal mit neuen Firmenideen oder mit anderen Themen ranzugehen. Wie viel Potenzial hat die künstliche Intelligenz für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein?

Man sagt, das ist eine große Revolution, die dann stattfinden wird und stattfindet. Bei den Chatbots sage ich zum Beispiel, dass eigentlich jedes Unternehmen einen Kundenservice oder Kundendienst hat. Das heißt, jedes Unternehmen könnte diese Schnittstelle schon ersetzen, sodass sie 24/7 erreichbar sind. Das Potenzial nur in diesem kleinen Bereich ist also schon unglaublich groß. Es muss nur erkannt werden. Da muss man als Unternehmen sagen, okay, jetzt habe ich den Mut, den ersten Schritt zu machen.

Wie finden Sie Ihre Kunden? Oder finden Ihre Kunden Sie?

Das ist unterschiedlich. Es ist so, dass wir sehr viel auf unserer Website über dieses Thema schreiben. Wir haben einen Blog, wo unsere Techniker, Mathematiker und Informatiker Informationen preisgeben, sodass wir über Google und andere Medien gefunden werden. Wir gehen aber auch aktiv auf Unternehmen zu und sprechen immer wieder darüber. Am Anfang haben wir gemerkt, dass das Interesse sehr groß war, aber die Bereitschaft noch nicht so, dass die Unternehmen gesagt hätten, okay, lass uns ein Projekt machen. Sondern ich habe gemerkt, dass wir immer mehr Informationen geben müssen, mehr erklären oder erzählen. Als ich auf einer Konferenz im Silicon Valley war, wurde erzählt, dass die Leute das schön und faszinierend finden, aber Angst haben, weil das so was wie eine Blackbox ist. Sie wollen gern verstehen, was da drin ist. Und erst dann, wenn ein Mensch etwas verstanden hat, dann kauft er es. Dann haben wir gesagt, okay, was können wir machen? Wir haben Assono-KI-Foren organisiert und Entscheider eingeladen, die den ganzen Tag erfahren, was ist das, wie funktioniert das, welche Komponenten beinhaltet das? Welche Use Cases gibt es, und was bringt das? Was ist der Nutzen für das Unternehmen? Und das war sehr, sehr gut, sodass viele Interessenten da waren und, nachdem sie verstanden haben, rausgegangen sind und gesagt haben, genau das müssen wir machen.

Das heißt, diese Foren haben Sie auch in Schleswig-Holstein gemacht?

Die haben wir in Hamburg gemacht, damit es ein bisschen zentraler ist und die Leute besser anfahren können. Wir arbeiten deutschlandweit, also nicht nur in Schleswig-Holstein. Als IT-Unternehmen ist man das gewohnt (lacht).

Wir gehören zur Metropolregion Hamburg, in weiten Teilen des Landes, und das ist auch gut so, dass wir die Metropole in Hamburg dabeihaben, es ist ein gemeinsamer Wirtschaftsraum. Aber Sie sitzen ja nicht in Hamburg, sondern eben in Schwentinental oben in der Nähe von Kiel. Gab es da eigentlich mal Überlegungen, den Sitz irgendwohin zu verlegen, wo man dann doch eher in einer Weltstadt sitzt statt in Schwentinental?

Es ist tatsächlich so, dass wir vor 16 Jahren gefragt wurden, warum wir nicht nach Hamburg gehen, da haben wir dort eine Geschäftsstelle gegründet. Die ist aber klein, unsere Kundin wollte, dass wir da in der Nähe sind. In diesen 16 Jahren hätten wir immer nach Hamburg gehen und das zum Zentrum machen können. Wir haben aber gesehen, dass die Leute sehr gerne hier leben. Wir haben tatsächlich mehrere Leute gehabt, die sich bei uns wegen Hamburg beworben haben, angefangen haben, hier in Kiel zu arbeiten, und nicht mehr nach Hamburg wollten, weil das Leben hier so schön ist. Das ist wirklich eine Lebensqualität, hier an der Ostsee zu leben.

Frau Bahn, was kann Politik eigentlich noch tun, um das Thema künstliche Intelligenz und Digitalisierung im Lande stärker zu befördern? Haben Sie eine Vorstellung, was Politik anders machen könnte, um das mit noch mehr Drive auszustatten?

Ich denke da Folgendes. Im IT-Bereich kann man sehr viel mit Remote arbeiten. Die Bedingungen sind ideal. Ich denke immer wieder an ein Ökosystem, wie es zum Beispiel um BMW oder um Daimler entstanden ist. Das heißt, dass die Unternehmen dann zusammenarbeiten. Denn Wettbewerb ist gut, aber trotzdem auch Zusammenarbeit. Ich wünsche mir, dass die Wirtschaft mehr mit Hochschulen gemeinsam unternimmt, was jetzt schon läuft, aber vielleicht kann man da noch mehr tun. Dass zum Beispiel die Hochschulen und die Schulen zusammenwirken. Durch den Lehrermangel kann man Informatik nicht als Pflichtfach anbieten, da sage ich immer, man könnte doch Studenten für ein Fach verpflichten, dass sie einmal in die Schule gehen und ihre Begeisterung, ihr Funkeln für Informatik an Schüler weitergeben. Also diese Interdependent-Arbeit, dass man miteinander arbeitet, dass man zusammen versucht, etwas zu erreichen. Dass man die Bedingungen schafft, dass man positive Beispiele publik macht, dass die anderen sagen, okay, es ist möglich, lass es uns doch auch versuchen. Ich sage immer, „think big, aber start small“. Dass man erst einen Schritt machen muss, denn wenn man zu groß denkt, dann kommt man nie dahin.

Großartige, kreative, innovative Unternehmerin aus Schwentinental bei Kiel. Man muss es immer wieder sagen, das ist ein kleiner Ort, aber direkt hier im Einflussbereich, und da muss man ja sagen, wir haben viele interessante, digitale Unternehmen, teilweise auf dem platten Land. Zum Schluss meines Podcasts machen wir immer so drei schnelle Fragen und drei schnelle Antworten, Frau Bahn. Deshalb die Bitte, schnell zu antworten. Die besten Ideen habe ich …

… wenn ich verreise, auf Konferenzen oder Delegationsreisen, und viel lerne von anderen Menschen.

Mein liebster Ort in Schleswig-Holstein ist …

Das ist der Strandweg in Heikendorf, wo ich jeden Tag jogge und jeden Tag sage, wie schön das ist.

Am meisten inspiriert hat mich …

… der Vortrag im Silicon Valley in der Stanford University, von Professor Lee, damals vor fünf Jahren, wo er gesagt hat, es gibt so viel Potenzial, wir müssen nur anpacken und tun.

Und Sie haben angepackt und getan. Sie haben nicht einfach nur einen Vortrag gehört, sondern der hat Sie so inspiriert, dass Sie Ihre Firma ganz in diese Richtung ausgerichtet haben. Sie sind heute eine erfolgreiche Digitalunternehmerin in Schleswig-Holstein. Vielen Dank, dass Sie bei mir waren. Lydia Bahn hat einen Eindruck hinterlassen von einer Frau, die Mathematik und Informatik studiert hat und ein großartiges Unternehmen in Schleswig-Holstein groß gemacht hat. Vielen Dank, dass Sie dabei waren, und ich sage einmal herzlichen Dank an Sie und aber auch an alle, die zugehört haben, und freue mich darauf, dass beim nächsten Mal wieder ein kreativer, innovativer Mensch aus Schleswig-Holstein hier bei mir sein wird, und hoffe, dass beim Zuhören dann auch wieder viele dabei sind. Herzlichen Dank.

 

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