Arbeitsmarkt in Topform

Erstmals seit 25 Jahren unter 100.000 Arbeitslose im echten Norden

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ist im Februar erneut zurückgegangen. Gemeldet waren 95 200 Arbeitslose, das waren rund 1100 weniger als im Januar und sogar 5500 weniger als im Februar des Vorjahres, wie die Arbeitsagentur Nord heute in Kiel mitteilte. «Ich finde es erfreulich, dass wir zum ersten Mal seit 1993 wieder für den Monat Februar eine Arbeitslosenzahl von unter 100 000 melden können, sagte  Arbeitsagentur-Chefin Margit Haupt-Koopmann. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 6,2 Prozent (Januar 6,3). Im Februar 2017 hatte sie noch 6,6 Prozent betragen.

Arbeitsminister Bernd Buchholz betonte, die kommende Frühjahrsbelebung sei bereits deutlich zu spüren. «Wegen der positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und einer anhaltend positive Entwicklung in wichtigen Wirtschaftszweigen unseres Landes gehe ich davon aus, dass es in den kommenden Monaten einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit gibt.»

Auch Haupt-Koopmann ist zuversichtlich. Sie verwies auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und weniger Arbeitslosenmeldungen am ersten Arbeitsmarkt. Im Vergleich zu 2017 nahmen die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um 20 000 oder 2,1 Prozent auf 971 200 (Dezember-Daten) zu.

Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zum Januar um 300 oder 3,2 Prozent ist nach den Worten von Haupt-Koopmann und Buchholz nicht beunruhigend. Es handle sich um Jugendliche, die nach einer dreieinhalb- oder zweieinhalbjährigen Ausbildung jetzt ihren Abschluss gemacht haben und aus unterschiedlichsten Gründen nicht übernommen wurden. «Diese Gruppe ist erfahrungsgemäß nur kurzfristig arbeitslos, da zahlreiche Betriebe die Chance nutzen, sich diese frisch ausgelernten Fachkräfte zu sichern.» Insgesamt entwickle sich der Arbeitsmarkt für junge Menschen positiv. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 sank im Vergleich mit dem Februar des Vorjahres um 920 oder 8,8 Prozent.

Die niedrigste Arbeitslosigkeit unter den Kreisen hat Stormarn mit 3,4 Prozent (Januar 3,5 Prozent), die höchste Dithmarschen mit 7,6 Prozent (7,7 Prozent). Bei den kreisfreien Städten hat Lübeck mit unverändert 8,5 Prozent die niedrigste Quote und Flensburg mit 9,2 Prozent (9,3) die höchste.

Während die Arbeitslosigkeit insgesamt im Vergleich zum Vorjahres-Februar sank, nahm sie bei den Ausländern zu. Insgesamt waren wie im Januar 19 700 Ausländer arbeitslos gemeldet. Das sind aber 630 mehr als im Februar 2017. Der Anstieg lässt sich auf den Zuwachs der wichtigsten Asylherkunftsländer - Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien - zurückführen. Buchholz: «Wir haben diese Gruppen besonders im Blick und bieten hier – etwa durch das Landesprogramm Arbeit – aktive Unterstützung zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt und beim Übergang zwischen Schule und Beruf an», so der Minister.

Den Arbeitsagenturen und Jobcentern wurden seit Jahresbeginn 12 100 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet - eine Nachfrage auf hohem Niveau, wenn auch um 850 oder 6,6 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. «Speziell im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel sowie im Bau- und im verarbeitenden Gewerbe bieten sich Einstiegschancen für Arbeitsuchende», so Haupt-Koopmann.

Bis Freitag läuft noch die «Woche der Ausbildung». Auf vielen Veranstaltungen sollen die mehr als 300 Ausbildungsberufe sowie Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten vorgestellt werden.