Dieser Webauftritt wird derzeit nicht mehr gepflegt. Ein Relaunch erfolgt Anfang 2026.

Schleswig-Holstein macht Mut zum Gründen.

im Gespräch mit Insa Horsch von YAI.Vision

 

> Folge auf Spotify anhören
> Folge bei Apple Podcast anhören


00:00:00,340 --> 00:00:30,660 [Julia Carstens]
Herzlich willkommen zum heutigen Podcast. Ich spreche heute mit Insa Horsch. Sie hat ein eigenes Unternehmen, in dem sie Gründerinnen und Gründer begleitet. Außerdem arbeitet sie als Moderatorin und Speakerin. Sie ist also Profi auf diesem Gebiet hier. Wir sprechen heute über Frauen in Führungspositionen, Netzwerke, ihre eigene Karriere und natürlich die Liebe zur Kieler Förde. Ich bin Julia Carstens, Staatssekretärin in Schleswig-Holstein und du hörst den Podcast aus dem echten Norden. 

00:00:30,660 --> 00:00:56,360 [Off]
Zukunftstalk mit Julia Carstens. Der Podcast für alle, die neugierig sind und tiefer in die Zukunftsthemen Schleswig-Holsteins eintauchen möchten. Zu Gast sind Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen. Sie nehmen uns mit in ihre Spezialgebiete, geben uns faszinierende Einblicke in ihre langjährige Arbeit und sorgen so für den einen oder anderen Aha-Moment. Außerdem erzählen sie ihre persönliche Erfolgsgeschichte. Viel Spaß beim Reinhören und Staunen. 

00:00:56,360 --> 00:01:09,300 [Julia Carstens]
Ja, hallo Insa. Hallo Julia. Ich freue mich sehr dass du den Weg heute zu uns gefunden hast. Wir sind ja nicht so weit weg von der Kieler Förde, wo du auch lebst. Also ganz, ganz herzlich willkommen. Ich freue mich, dass wir heute miteinander sprechen können. 

00:01:09,300 --> 00:01:13,660 [Insa Horsch]
Ja, ganz lieben Dank. Es ist gewissermaßen ein Heimspiel. Ist auch mal schön. 

00:01:13,660 --> 00:01:27,080 [Julia Carstens]
Ja, Insa, dein Unternehmen Yai.Vision. Ich glaube, das ist vielleicht nicht allen unseren Hörerinnen und Hörern bekannt. Vielleicht kannst du so ein bisschen erklären, was ihr macht und vielleicht auch, wofür Yai.Vision eigentlich steht. 

00:01:27,080 --> 00:02:38,720 [Insa Horsch]
Total gerne. Und ja, du hast es nett gesagt: „Vielleicht nicht allen bekannt. Kann man definitiv so unterschreiben. Ziemlich unbekannt trifft es, glaube ich, auch. Das, was wir machen, ist, wir unterstützen Gründerinnen und Gründer. Und zwar, wir sagen immer so schön, ihre Vision zu leben oder ihre Vision umzusetzen. Wir kommen ja aus der Marke. Ich sage immer „wir", weil ich Yai.Vision tatsächlich aufgebaut habe, gemeinsam mit Anja. Und ja, wir helfen Gründern eben zum einen erst mal zu überlegen, wie sie gründen, wann der richtige Zeitpunkt ist, zu gründen und dann tatsächlich auch die Marke aufzubauen und so die ersten Baby-Steps als Gründer im Unternehmen zu gehen. Und die zweite Frage direkt zu beantworten: Yai.Vision – ich habe es gerade gesagt – Anja und ich haben es gegründet. Ai, also Anja Insa, sind quasi die beiden Buchstaben und davor steht das Y, das große Y. Und da haben wir uns überlegt, am Ende des Tages liefert Yai.Vision ganz, ganz viele Antworten auf diese große Frage des Warums. Also warum will ich gründen? Was ist meine Vision? Und dann fanden wir einfach das Y auch als Buchstaben wahnsinnig schön, weil es ja aussieht wie so ein Trichter. Und da ist die Logik, oben packst du ganz viel rein, all deine bunten Ideen, alles, was du irgendwie gründen machen wollen, leben willst und dann kommt unten was hoffentlich Kluges wieder raus, wenn du mit uns zusammenarbeitest. 

00:02:38,720 --> 00:02:48,260 [Julia Carstens]
Ja, total interessant. Was war denn dein Y? Also warum hast du denn oder habt ihr gegründet und wie war dein Karriereweg bis dahin, bis du gegründet hast? 

00:02:48,260 --> 00:03:11,940 [Insa Horsch]
Ich sage immer, eigentlich ist mein Leben so ein bisschen so ein Projekt Pottpourri mittlerweile. Ich mache ganz, ganz viele Sachen und das liebe ich sehr und auch das ist tatsächlich Teil meines Ys, dass ich ganz viele Dinge parallel machen darf. Und warum ich aber Yai gegründet habe und mich auch selbstständig gemacht habe, ist eigentlich so ein Zeugnis meines langen Karriereweges. Ich habe ganz klassisch angefangen im Konzern, auch witzigerweise hier oben im echten Norden bei Schwartau, 

00:03:11,940 --> 00:04:03,480 [Insa Horsch]
komme auch immer aus der Food-Branche und habe irgendwann festgestellt, ich bin dann über verschiedene Konzerne so durchgegangen und dann kam irgendwann meine erste Tochter zur Welt und ich habe gedacht: „Mensch, irgendwie ist es das nicht mehr und das passt nicht. Also für mich wäre der nächste Schritt in der Konzernkarriere dann irgendwas in Richtung Marketingleitung oder so gewesen. Das wäre natürlich cool gewesen, aber Stichwort Vereinbarkeit ist ja auch bei weiblichen Karrierewegen immer mal wieder ein Thema und eine große Frage. Ich habe dann gemerkt, das ist nicht das Richtige. Und ich hatte auch das Gefühl, ich bin immer jemand, der was bewegen möchte, der was machen möchte und ich hatte mittlerweile so viel Wissen angesammelt und so viel Begeisterung für Unternehmertum, für Gründung, dass ich das Gefühl hatte, ich will da einfach mein Wissen auch weitergeben. Und dann habe ich erst ein Unternehmen in Hamburg gegründet und dann können wir vielleicht später auch noch mal ein bisschen in Ruhe drauf eingehen, irgendwann dann Yai.Vision hier in Kiel. Okay. 

00:04:03,540 --> 00:04:12,980 [Julia Carstens]
Und ihr beratet quasi Gründungsinteressierte, die sich gerade auf den Weg machen wollen in einer bestimmten Richtung oder beratet ihr quasi alle, die auf euch zukommen? 

00:04:12,980 --> 00:05:08,180 [Insa Horsch]
Also sowohl als auch. Wir kommen beide aus dem Food Business. Ich habe auch immer auf den Konzernen, also in Lebensmittelkonzernen gearbeitet. Das ist so ein bisschen unser Hometown, auch das von Anja. Und gleichzeitig haben wir es ein bisschen aufgeweicht. Das heißt also natürlich jeder, der irgendwie sagt, er möchte gerne mit uns arbeiten und wo wir das Gefühl haben, da können wir helfen – das ist ja ganz wichtig – dann kommen wir auch zusammen. Und die Frage: In welchem Stadium muss ich eigentlich sein? Muss ich gerade anfangen zu gründen oder kann ich auch ein etabliertes Unternehmen sein? Also unser idealer Kunde ist eigentlich jemand, der gerade anfängt zu gründen, der sagt: „Ich habe eine richtig gute Idee und der so richtig noch nicht weiß, wie setze ich die eigentlich um? Und mit dem fangen wir dann an, den gesamten Weg quasi zu gehen. Gleichzeitig haben wir aber auch etablierte Unternehmen, die einfach sagen: „Ich mag die Art, wie ihr arbeitet. Ich mag die Art, wie ihr denkt. Ich mag eure Erfahrung. Ich mag auch diesen Gründer-Spirit. Also das ist so wie so ein klassisches Dienstleistungsgeschäft. Das Beste aus beiden Welten, kann man sagen. 

00:05:08,180 --> 00:05:29,500 [Julia Carstens]
Nun habt ihr ja dann mit sehr vielen unterschiedlichen Menschen zu tun. Und würdest du denn sagen, dass ihr mehr Gründer habt, die ihr beratet oder mehr Gründerinnen? Und hat sich das vielleicht auch in der Zeit, in der ihr das jetzt macht, ein bisschen geändert? Und was sind so die verschiedenen Herangehensweisen? Kann man das überhaupt sagen? Gibt es ein Muster zwischen männlichen Gründern und weiblichen Gründerinnen? 

00:05:29,500 --> 00:06:37,788 [Insa Horsch]
Gute Frage. Also ich glaube, es hat sich tatsächlich ein bisschen verändert, als wir anfingen. Ich mache ja dieses Thema Start-up-Beratung seit ungefähr 2016/17 und da waren es überwiegend männliche Gründer, würde ich sagen. Da war auch die Start-up-Szene sehr männlich dominiert. Gleichzeitig dadurch, dass ich immer in diesem Lebensmittelbereich unterwegs war, der ja per se auch ein weiblicher Bereich ist, hatte ich auch immer schon Frauen, die sich damit auseinandergesetzt haben. Aber ich würde sagen, der größte Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Gründern und Gründerinnen ist eigentlich das Selbstbewusstsein. Also ich erlebe das ganz, ganz oft, dass männliche Gründer kommen.Offen gesagt, eine Idee haben, wenn überhaupt, und es aber verkaufen im Sinne von, es ist quasi fertig. Die sind so selbstbewusst, so überzeugt, so tough einfach und sind quasi schon fertig und machen das gut. Und dann sitzen uns Frauen gegenüber, die sind teilweise viel weiter, haben alles von A bis Z durchdacht und sagen aber: „Ja, ich weiß noch gar nicht so genau und mal gucken und ... Also viel, viel zaghafter. So diese ganzen Stereotypen in der Persönlichkeit, die man so sich ausdenken kann, die würde ich zu 100% unterschreiben. 

00:06:37,788 --> 00:07:07,888 [Julia Carstens]
Ja, was mir auch auffällt, ist, nehme immer gerne das Bild, Frauen gehen immer eher einen Schritt zurück oder bleiben stehen und Männer gehen dann den Schritt nach vorne. Und ich glaube, Frauen müssen viel mehr dazu kommen, auch im Zweifel immer den Schritt nach vorne zu machen, weil oft – natürlich trifft man manchmal schwere Entscheidungen im Leben, da sollte man noch mal dreimal mehr überlegen, das ist klar. Aber ganz oft treffen wir ja auch Entscheidungen, bei denen man sagt: „Okay, das ist aber auch nicht in Stein gemeißelt danach. Also was vertust du dir, wenn du den Schritt nach vorne machst, selbst wenn nicht das Ergebnis rauskommt, was du dir vorstellst? 

00:07:07,888 --> 00:07:09,548 [Insa Horsch]
Bin ich voll deiner Meinung. 

00:07:09,548 --> 00:07:30,528 [Julia Carstens]
Das Gefühl habe ich immer wieder, wenn ich mit Frauen spreche, wenn wir uns auch irgendwie mal in Runden zusammensetzen und man sich gegenseitig unterstützen will, was ich gut und richtig finde. Aber dieses Mindset zu haben oder sich mal zu vergegenwärtigen, vielleicht auch bei kleinen Schritten, die man so alltäglich macht und immer wieder daran zu denken, immer nach vorne, immer nach vorne. Das ist, glaube ich, ganz, ganz, ganz wichtig. 

00:07:30,528 --> 00:08:34,127 [Insa Horsch]
Ja, also ich hätte es nicht besser oder anders sagen können. Einfach machen. Und ich glaube, das ist etwas, wenn wir das ganz früh schon etablieren, auch schon bei der Erziehung von Mädchen, grundsätzlich bei der Erziehung von Kindern, aber auch dieses Zaghafte rauskriegen. Und du hast was so Schönes gesagt: „Was soll denn schon passieren?" Und das ist ganz oft was, was ich in meiner Beratung sage: Ich gefühlt dreimal am Tag den Satz: „Wir operieren ja alle nicht am offenen Herzen." Und das stimmt doch auch. Also ich meine, jetzt gerade in unserem Fall, wir gründen irgendwelche Food-Unternehmen. Natürlich sind das große Sachen und da gibt es teilweise Fremdkapital, externe Gelder, Investoren und so weiter und so fort. Das sind definitiv keine Dinge, über die man hinwegsehen kann. Und gleichzeitig, es gibt immer eine zweite Chance. Und ich finde, das ist auch, was so Stichwort weibliche Karrierewege, das hat mich auch all die Jahre immer so getragen: Was soll denn schon passieren? Und es gibt immer eine zweite Chance. Und wenn man das sich so als Mindset vergegenwärtigt, ich glaube, damit ist schon ganz, ganz viel getan, einfach auch eine zufriedenstellende Karriere, die einen selber glücklich macht, einfach führen zu können und machen zu können. 

00:08:34,127 --> 00:09:32,488 [Julia Carstens]
Ja, ich glaube, das ist einer der Hauptpunkte: Wann ist man auch selbst glücklich und zufrieden mit dem, was man macht? Weil nur dann kann man natürlich auch sein volles Potenzial entfalten. Und da kommen vielleicht zwei Dinge zusammen. Einmal dieses, was dagegen spricht manchmal, dieses etwas Zaghaftere von Frauen und dann dieses deutsche Mindset manchmal noch, Scheitern ist ganz schlimm. Und davon weg zu kommen, gerade vielleicht in dieser Kombi, die das dann noch gegenseitig verstärkt, ist extrem wichtig, auch aus meiner Sicht. Würdest du denn sagen, dass so weibliche Netzwerke, so will ich mal sagen, haben wir ja schon relativ viele bei uns im Land, dass das ein wichtiges Tool ist, auch Frauen zu unterstützen oder Vorbilder zu schaffen, auch an einigen Stellen sichtbarer zu machen? Wie ist da so deine Bewertung? Weil du hast ja eben gerade angesprochen – das fand ich auch ganz spannend – das Thema im weitesten Sinne Karriereknick, vielleicht auch, wenn man Kinder bekommt. Das ist ja ein Thema, das schon viele, viele Frauen immer wieder beschäftigt. Wie kann man sich da gegenseitig unterstützen und was sind die richtigen Instrumente dafür vor allem? 

00:09:32,488 --> 00:12:30,718 [Insa Horsch]
Also ich fange mal an mit dem Thema der Netzwerke. Ganz grundsätzlich würde ich mir wünschen, dass wir keine reinen Frauennetzwerke mehr brauchen, weil ich per se female-only oder auch male-only immer schwierig finde, weil ich kein Fan davon bin, Menschen bewusst auszuschließen. Gleichzeitig ist es einfach so, dass wir als Frauen – du hast gerade das Thema Sichtbarkeit angesprochen – so wenig Sichtbarkeit an der einen oder anderen Stelle haben und ja nun einfach auch unterrepräsentiert sind an vielen, vielen, vielen Punkten in der Wirtschaft, Stichwort Gender Pay Gap und Co. Dass es, glaube ich, diese Netzwerke an der einen oder anderen Stelle einfach immer noch braucht. Ich finde, wenn ich an Netzwerke denke, dann mag ich sie dann besonders gerne, wenn sie nicht ausschließen, wenn sie eine gewisse Offenheit haben. Und diese Netzwerke schaffen Role Models. Das hast du gerade auch gesagt, Stichwort Vereinbarkeit oder Karriereknick. Wir brauchen Vorbilder. Und wir brauchen Vorbilder nicht bei Instagram, nicht in irgendwelchen Mami-Blogs, die dir suggerieren, du kriegst ein Kind und dann gehst du nach vier bis fünf Wochen wieder los und das machst du jetzt so und das machen alle so. Und wenn du das nicht schaffst, dann bist du doof, zu schwach, was auch immer. Dann gehörst du nicht mehr dazu. Das brauchen wir nicht, sondern wir brauchen die Vielfalt an Role Models, weil genau darum geht es ja, als Frau sein, aber auch generell als Mensch sein. Und ich finde, das ist auch etwas, was ich so, so gerne jungen Frauen mitgeben würde, die vielleicht jetzt gerade anfangen mit ihrer Karriere oder auch vor der Frage stehen: Kann ich es mir in Anführungsstrichen leisten und erlauben, ein Kind zu kriegen? Oder was passiert dann mit meiner Karriere? Der wichtigste Satz, den mir da immer eine ehemalige Chefin gesagt hat in einem meiner Konzernerfahrungen, war, die sagte: „You do you." Jeder macht sein Ding auf seine Art und Weise und du guckst nicht nach links, du guckst nicht nach rechts. Und das Thema Kinder, das ist irre knifflig. Das Thema Vereinbarkeit ist auch irre knifflig. Und da gibt es auch kein Richtig und kein Falsch. Ich habe in meinem Freundes-und Bekanntenkreis Frauen, die sind nach vier Wochen wieder ins Büro gegangen und haben ihre Kinder in die 100% Vollzeitbetreuung gegeben und nicht gestillt. Ich habe Frauen, die sind drei Jahre zu Hause, weil sie sagen: „Es ist mir total wichtig. Das ist die wertvollste Zeit in meinem Leben. Ich selber mache so ein Mittelding." Aber das muss jede für sich selber entscheiden. Das, was mir total wichtig ist – und das hat neulich auch ... Ich kenne bestimmt ganz, ganz viele diesen Podcast von Verena Pauster und Lea Sophie Kramer. Da war so ein ganz schöner Podcast noch mal zum Thema Vereinbarkeit und da ging es darum, dass auch, ich glaube, es war Verena Pauster sagte: „Am Ende des Tages musst du einfach nur das machen, was du selber möchtest und du musst bei dir selber bleiben." Und ich weiß, als ich damals meine erste Tochter schwanger wurde, hat jemand zu mir gesagt: „Es wird alles anders. Du wirst dann Mutter und dann kommen die Hormone und dann ist alles anders." Und es stimmt einfach nicht.Man bleibt man selber. Man bleibt man selber mit all seinen Werten, mit all seinen Idealen und Vorstellungen. Und das wird schon werden. Und auch da bei diesem Thema Mutter sein, ist es doch genau wie beim Thema Karriereweg, bisschen Vertrauen ins Leben haben und es wird schon werden. Also ich finde, das ist ein gutes Mantra für alles. 

00:12:30,718 --> 00:12:38,298 [Julia Carstens]
Ja. Nun ist es ja so, du bist selbstständig, dein Mann ist auch selbstständig. Wie regelt ihr das bei euch? 

00:12:38,298 --> 00:13:58,257 [Insa Horsch]
Mit einer großen Portion, das wird schon werden. Ja. Ja, am Ende des Tages schon. Und in einer großen Portion miteinander, in einer großen Portion Kommunikation, jede Woche, jeden Tag wieder irgendwie anders und wieder neu, ganz viel Flexibilität und auch dem Bewusstsein, dass es halt einfach ein Balanceakt ist. Also wir beide haben ganz untypische Arbeitszeiten. Wir arbeiten teilweise nachts an den Wochenenden. Diese größtmögliche Flexibilität, die ist wichtig. Gleichzeitig ist aber auch eine vernünftige Betreuungssituation einfach wichtig. Und da muss man zum Beispiel sagen, wir sind ja 2021 von Hamburg nach Schleswig-Holstein gezogen und die Betreuungssituation, die Kita-Platzsituation hier habe ich als deutlich weniger angespannt wahrgenommen als damals in Hamburg. Ich weiß, dass es auch in Kiel viele Frauen gibt, die sagen, es ist ganz furchtbar, ich suche einen Kindergartenplatz. Ich kann nur für mich sagen und für den Freundes-und Bekanntenkreis, in dem ich unterwegs bin, wir haben alle da sehr, sehr positive Erfahrungen gehabt und ich finde, dass das in Schleswig-Holstein gut läuft. Also allein schon diese zentrale Kitaplatz-Vergabe, dass man sich online einfach den Kitaplatz kümmern kann. Das sind alles Dinge. Stichwort Mental Load, das ist ja auch so ein sehr weibliches Thema. Das wird einfach dadurch reduziert, wenn Dinge einem Stück weit abgenommen werden, wenn Dinge einfacher gemacht werden. Und da, finde ich, sind wir hier in Schleswig-Holstein grundsätzlich erst mal gut davor. 

00:13:58,257 --> 00:14:26,137 [Julia Carstens]
Ja, das freut mich sehr zu hören, dass das aus deiner Sicht ganz gut funktioniert hat. Mich würde noch mal interessieren, abgesehen von dem einfach mal machen, was du eben schon gesagt hast, wenn jetzt Frauen, also potenzielle Gründerinnen, zu dir kommen, was rätst du denen? Also was wären so Tipps, die du geben könntest? Vielleicht auch speziell für Frauen. Vielleicht sind es auch Tipps, die für Gründer genauso gelten. Aber was sind für dich so die Non-Plus-Ultras, die du mitgeben kannst? 

00:14:26,137 --> 00:16:20,078 [Insa Horsch]
Das Wichtigste ist, je nachdem, wie alt sie sind. Aber ich persönlich finde immer, jemand, der gründet, sollte nicht hauptberuflich anfangen. Es sei denn, du kommst von der Uni und sagst, ich habe seit ... Oder aus einer Ausbildung und sagst: „Ich habe einfach seit ein paar Jahren diesen Traum und ich will den unbedingt umsetzen und das ist mein Ein und alles und da gehe ich jetzt all in. Das gibt es natürlich auch. Meine Erfahrung ist aber, das Thema Gründen wird ja sehr oft auch idealisiert, wird sehr oft auch als Lifestyle gehypt im Sinne von: „Das ist super lässig und cool. Dann sitze ich Co-Working-Space und dann gründe ich und dann trinke ich eigentlich den ganzen Tag Kaffee und gehe auf fancy Veranstaltungen. Ja, vielleicht ein ganz kleiner Teil davon kann so sein, wenn man das denn möchte. Ein großer Teil davon ist aber eine sehr große Unsicherheit. Die ersten drei Jahre sind einfach in der Regel steinig. Ich finde auch, diese Ehrlichkeit würde uns allen einfach guttun, auch zu sagen: „Natürlich ist Gründen einfach ne Achterbahnfahrt. Ich brauche Kapital, ich brauche erst mal ein relevantes Produkt oder eine relevante Idee. Das Thema Relevanz ist ein Riesenthema. Also wenn du nach Tipps fragst, würde ich sagen, mach es im Idealfall nebenberuflich und schau, dass das, was du anbietest, relevant ist. Denn da vertun sich so, so, so viele Gründer, völlig egal, ob weiblich oder männlich, die gründen aus einem eigenen Bedürfnis heraus. Ich kenne es natürlich aus dem Lebensmittelsektor ganz besonders. Dann sagt irgendjemand: „Ich habe eine Glutenintoleranz und deswegen brauche ich jetzt einen glutenfreien Mehlmix. Und das brauchen alle, das gründe ich jetzt. Ist per se eine gute Idee. Gleichzeitig muss man sich da fragen: „Wie relevant ist das denn eigentlich? Und kann ich davon leben? Also auch das ist ja etwas, was man sich bitte immer fragen darf: Kann ich und will ich das mein ganzes nächstes Berufsleben tun und glaube ich, dass ich damit auch mein Auskommen oder mein Einkommen finanzieren kann? Also diese sehr große Ehrlichkeit, die würde ich mir an der einen oder anderen Stelle tatsächlich auch mir wünschen. Und dementsprechend ist dieses Thema „Nebenberuflich gründen, finde ich, ganz, ganz wertvoll. 

00:16:20,078 --> 00:16:53,897 [Julia Carstens]
Das finde ich total spannend, gerade was das Produkt angeht. Gerade du hast es auch angesprochen, im Food-Bereich, da gibt es ja wahnsinnig viel. Ja. Auch wahnsinnig viele Ideen, die wie Pilze aus dem Boden sprießen. Man sieht immer mal wieder was Neues. Man sieht aber auch, zur Ehrlichkeit gehört ja dazu, viele Dinge auch wieder verschwinden, relativ schnell sogar. Wenn ihr Beratung macht, gerade in dieser Food-Branche, in der du dich ja sehr gut auskennst und deine Mitgründerin auch. Was sind da so Dinge? Wie kriegt man so eine Relevanz hin? Was muss man machen in der Food-Branche, sich da auch durchzusetzen gegen ja auch sehr große Konkurrenten? 

00:16:53,897 --> 00:18:13,658 [Insa Horsch]
Also ich glaube, das Wichtigste ist zu gucken, dass mein Produkt nicht nur in einer Nische funktioniert. Beispielsweise, ich sage immer böse, wir reden nicht alle nur über München, Hamburg und Berlin, sondern es muss halt deutschlandweit funktionieren. Das heißt, ich muss erst mal gucken, ist das Produkt sowohl vom Angebot her so, dass es sich die Menschen auch leisten können? Also bleiben wir bei unserem Mehlmix als Beispiel. Ein Mehlmix für sieben oder acht Euro, den wird leider einfach sich niemand leisten wollen oder können, muss man ja auch ganz, ganz klar sagen. Das heißt, das ist ein ganz großer Punkt. Ich muss erst mal gucken, habe ich überhaupt ein Angebot, mit dem ich möglichst viele Menschen sinnvoll erreichen kann, sodass ich wachsen kann. Und da muss ich gucken: Wo vertreibe ich mein Produkt? Ich habe ja heute so viele verschiedene Möglichkeiten. Es sind nicht immer nur die Supermärkte, es geht auch online und das geht sogar richtig, richtig gut. Das heißt, ich muss gucken: Was ist denn eigentlich der Markt von meinem Produkt? Und dann muss ich natürlich auch gucken: Kann ich eine gleichbleibende Qualität gewährleisten? Wer kann mir helfen, dieses Produkt herzustellen? Wer kann mir helfen, dieses Produkt auch gegebenenfalls hübsch zu verpacken und so weiter und so fort? Also wirklich auch dieses Produkt relevant zu halten, permanent. Das ist eigentlich das Allerallerwichtigste. Und dann würden wir jetzt weitergehen im ganzen Marketing-Kanon. Ich glaube, das langweilt jetzt alle. Wen es interessiert, der darf gerne sich noch mal melden. 

00:18:13,658 --> 00:18:18,237 [Julia Carstens]
Aber hast du denn oder habt ihr den Eindruck, dass gerade im Food-Bereich mehr Frauen als Männer da sind?

00:18:18,482 --> 00:19:00,782 [Insa Horsch]
Im Food-Bereich würde ich sagen, es ist recht ausgeglichen. Es wird aber insgesamt so, also zu uns kommen momentan viel mehr Frauen als Männer. Mag auch daran liegen, dass wir beide Frauen sind und dass wir uns natürlich in den einschlägigen Netzwerken herumtummeln. Das hilft sicherlich. Ganz generell ist es aber so, dass ich viel auf den Start-up-Events et cetera ja auch unterwegs bin, auch als Moderatorin und da schon erlebe, dass gerade so ein Shift passiert. Also das, was wir ganz am Anfang des Podcasts gesagt haben mit „Wir wünschen uns mehr Frauen, die die Gas geben, mehr Frauen, die irgendwie auch sich trauen. Ich habe das Gefühl, das fruchtet, weil das predigen wir alle in der Branche ja schon seit einigen Jahren und ich habe schon das Gefühl, dass viele Frauen mittlerweile sagen: „Ach, jetzt traue ich mich doch mal. Und das ist cool. Also da wollen wir ja hin. 

00:19:00,782 --> 00:20:01,681 [Julia Carstens]
Ja, den Eindruck teile ich total. Und ich finde, was man sieht, vielleicht auch zum Teil durch Netzwerke, auch wenn du sagst, rein weibliche Netzwerke sind nicht dein Favorit, aber trotzdem lernt man so ja auch sehr, sehr viele Frauen kennen, immer wieder über verschiedene Kanäle. Und ich finde, auch die Form verändert sich ein Stück weit. Dieses Nach-vorne-Gehen, das empfinde ich auch so, dass das viel Dynamik so angenommen hat. Aber auch, ich habe zum Beispiel letztens mit zwei jungen Frauen gesprochen, die zusammen ein Unternehmen gerne übernehmen wollen. Die sind jetzt gerade auf der Suche nach einem passenden Unternehmen. Also sich einfach zu überlegen, okay, vielleicht auch schon mal in bestehende Strukturen reingehen. Da hat man natürlich dann auch Kundenstamm, da hat man schon ein Produkt, das man weiterentwickeln kann. Auch das ist ja immer eine gute Alternative, wenn man vielleicht nicht from scratch gründen will, sondern vielleicht was übernehmen will und das auch zusammen zu machen. Das fand ich ganz spannend. Das waren auch beides Frauen, die – sie sagt immer: „Wir haben zusammen fünf Kinder, [lachen] also die durchaus auch große Familien haben und das zusammen deshalb wuppen wollen. Das fand ich ganz toll. 

00:20:01,681 --> 00:21:14,121 [Insa Horsch]
Das finde ich super und das ist ja was, da machen es uns die Konzerne ja ein Stück weit tatsächlich vor. Also dieses Thema Job Sharing, eine gute Freundin, die ist bei Beiersdorf, die haben ja sehr, sehr früh damit angefangen. Mittlerweile machen das ja ganz, ganz viele Unternehmen, dass sie einfach sagen, wir geben einen Job an zwei Mütter. Als ich damals zu Kühne zurück wollte und es dann am Ende doch nicht gemacht habe, aber da wurde mir auch ein Job-Sharing-Job angeboten, zusammen mit einer anderen Mama. So was ist total cool und das sind neue Modelle, in denen wir denken dürfen. Und ich finde es eine super Idee, eben auch mal so neu zu denken, zu sagen: „Hey, ich muss auch nicht alles selber gründen. Manchmal ist ja schon etwas gegründet worden, was richtig gut funktioniert. Und wir haben ja hier in Schleswig-Holstein richtig viele, auch mittelständische Unternehmen, die händeringend Nachfolger suchen und da einfach auch mal anders zu denken, frei zu denken. Das passt ja auch wieder zu dem, was wir am Anfang gesagt haben und einfach mal machen und es sich trauen. Also ich höre schon wieder Frauen, die dann sagen: „Ja, aber das kann ich ja gar nicht. Nein, das geht doch nicht. Dann bin ich ja Geschäftsführerin. Wie geht das denn? Was muss ich denn dann machen? Am Ende des Tages ist das ja auch in Anführungsstrichen nur ein Titel auf einer Visitenkarte. Es geht ja auch da wieder das Management von Projekten. Und das können Frauen. 150%. Davon bin ich überzeugt. Das ist eine unserer absoluten Kernkompetenzen. 

00:21:14,121 --> 00:21:14,881 [Julia Carstens]
Vor allem Mütter. 

00:21:14,881 --> 00:21:16,381 [Insa Horsch]
Eben. [lachen] 

00:21:16,381 --> 00:22:09,782 [Julia Carstens]
Und was ich auch ganz interessant daran finde, ist ja diese Idee, wie du schon sagst, ein Unternehmen auch zu übernehmen. Nichts gegen Gründung. Ich bin immer für Gründung, klar. Wir haben auch vorhin kurz darüber gesprochen außerhalb dieses Podcasts, [lachen] dass wir in Schleswig-Holstein ja wirklich gut davor sind, was Gründerinnen angeht, dass wir jetzt das erste Mal wirklich ganz oben mitspielen, dass mehr Frauen als Männer auch bei uns gegründet haben. Und damit sind wir eins von zwei Bundesländern in ganz Deutschland, bei denen das so ist. Und das noch weiter rauszukitzeln, das finde ich eigentlich total spannend, also diesen Weg auch weiter zu beschreiten: Was können wir tun? Was kann vielleicht auch Politik tun? Vielleicht hast du ja auch den einen oder anderen Tipp, was wir noch besser machen können, quasi das noch weiter zu befeuern. Kinderbetreuung hast du vorhin schon angesprochen. Das ist sicherlich immer ein großes Thema. Ein Thema, was ich noch so sehe, und das finde ich ganz gut, dass es im Bundeskoalitionsvertrag jetzt verankert ist, ist das ganze Thema Mutterschutz. 

00:22:09,782 --> 00:22:10,161 [Insa Horsch]
Ja. 

00:22:10,161 --> 00:22:19,861 [Julia Carstens]
Das ist schon eins, was mir immer, immer wieder gespiegelt wurde, auch bei selbstständigen Frauen, dass das echt ein Problem ist. Und dass das jetzt angegangen werden soll, glaube ich, ist total wichtig. 

00:22:19,861 --> 00:22:24,482 [Insa Horsch]
Ja, das ist spannend, dass du das ansprichst. In der Initiative bin ich tatsächlich auch, „Mutterschutz für alle". 

00:22:24,482 --> 00:22:24,841 [Julia Carstens]
Ja. 

00:22:24,841 --> 00:24:42,442 [Insa Horsch]
Und ich finde, das ist so wertvoll und richtig und wichtig, dass das angegangen wird, weil es kann nicht sein. Ich bin ja selber betroffen. Ich habe jetzt gerade vor einem Jahr noch ein Kind bekommen und ich hatte de facto keinen Mutterschutz. Und auch das Thema Elterngeld, Elternzeit hat bei mir nicht stattgefunden. Und ich finde, und das ist ja auch etwas, wo wir gesellschaftlich in Deutschland noch mal ein bisschen aufpassen dürfen. Es ist interessant, wenn ich so einen Satz sage, weiß ich genau, es würde irgendjemanden geben, der antwortet: „Jetzt stell dich nicht so an. Dafür bist du doch Geschäftsführerin. Dafür verdienst du doch das Geld", oder irgendwas in der Richtung. Und ich glaube, wir müssen auch aufhören, Gründer, Geschäftsführer, Menschen, die Verantwortung übernehmen, dann zu stigmatisieren und zu sagen: „Hey, die dürfen wir nicht in Anführungsstrichen schützen. Und das gilt im Übrigen – und ich finde, das ist auch ein ganz, ganz wertvoller Punkt – wir sprechen jetzt immer nur über Mütter. Das gilt für Eltern insgesamt. Also ich finde auch das Thema: Was ist mit Elternzeit für Väter? Was ist auch mit Unterstützung für Väter? Wir müssen Familien insgesamt einfach noch mehr unterstützen, politisch, ja klar, aber vor allen Dingen gesellschaftlich. Weil ich finde, dieses Thema „Familien schultern halt einfach zum einen, ich sage jetzt mal, die Aufzucht der nachfolgenden Generationen, die für uns alle so wichtig sind, dass der Laden hier weiterläuft. Und gleichzeitig, weil sie eben alle ja in ihren besten Jahren sind, sind es auch die, die gerade einfach quasi viele Steuern zahlen und einfach gesamtgesellschaftlich ja einfach viel wuppen, viele Ehrenämter haben und so weiter. Und wenn wir denen dann in der Gesellschaft das Leben noch so schwer machen und irgendwie sagen: „Du kommst schon wieder zu spät, liegt an den Kindern, oder „Nein, wir machen jetzt Meetings alle immer nur noch 17:30 Uhr. „ach sorry, kannst du nicht? Ja, blöd. Musst du irgendwie einrichten. Das sind einfach Sachen, ich möchte davon wegkommen. Und wir sind hier in Schleswig-Holstein so nah an Dänemark und ich habe relativ viele Bekannte und Freunde in Dänemark und da sehen wir, dass es einfacher und besser gehen kann und auch ohne Einbußen. Ich liebe zum Beispiel dieses Modell Elternzeit. Beide Eltern gehen in 75-prozentige Elternzeit und teilen sich das auf. Also wer hat denn gesagt, dass ein Vater 100% weiter arbeitet und eine Mutter 50? Warum ist das so? Also auch diese Teilzeitfalle. Und ganz viel davon passiert nur in unseren Köpfen. 

00:24:42,442 --> 00:24:42,922 [Julia Carstens]
Mhm.

00:24:43,134 --> 00:24:52,114 [Insa Horsch]
Und deswegen sage ich immer, da können wir politisch sicherlich noch mehr Anreize schaffen, vielleicht. Aber vor allen Dingen muss das ein Umdenken in unseren eigenen Köpfen sein. 

00:24:52,114 --> 00:25:37,374 [Julia Carstens]
Ja, ich glaube, es muss auch ein Umdenken, das passt dazu, eigene Köpfe, da muss man sich ja auch immer an die eigene Nase fassen, auch in den Unternehmen, auch in der öffentlichen Verwaltung überall sein, dass man sagt, okay, dass man die Frauen, die irgendwie rausgehen, Kinder zu bekommen, was sehr gut ist, was wir ja alle wollen, dann auch wieder so mit einplanen, wie sie es auch wollen, dass man nicht sagt: „Die hat dann jetzt erst mal ein Kind und dann kommt sie vielleicht erst mal 50%, wieder mal schauen, sondern dass man einfach mal fragt: „Was ist denn dein Plan? Wie können wir dich bestmöglich unterstützen, dieses Thema Karriereknick, was wir vorhin schon kurz angesprochen haben, nämlich nicht mehr zu haben, vielleicht hoffentlich irgendwann? Weil wir ja schon immer noch sehen in Führungspositionen, dass es da doch große Unterschiede gibt und dass es leider schon oft daran liegt, wer die Kinder bekommen hat. 

00:25:37,374 --> 00:26:54,213 [Insa Horsch]
Ja, total. Und ich bin so bei dir: Wir müssen Frauen fragen, aber den Punkt vom Anfang, auch noch mal zu erweitern, sozusagen: Frauen müssen auch laut sein. Also wenn ich gefragt werde, dann, finde ich, müssen Frauen auch antworten und müssen auch sich vorher darüber Gedanken gemacht haben. Und das ist so ein bisschen ja das „Märchen, was ich vorhin schon angesprochen habe: Wenn du dein erstes Kind kriegst, kannst du sicher sein, von allen Seiten werden dir Menschen erzählen: „Alles wird anders. Und dann kriegst du so eine Angst, weil du denkst: „Gottes Willen, was passiert denn mit mir? Diese furchtbaren Hormone und alles wird anders. Und wie werde ich denn dann? Bin ich dann gar nicht mehr Insa? Und dieses Märchen ist – habe ich ja vorhin schon gesagt – per se einfach falsch, aber das führt natürlich auch dazu, dass eine Frau nicht mehr eloquent in der Lage ist, zu sagen: „Ich möchte gerne dann und dann wieder einsteigen und ich kann mir das gut vorstellen, weil wir der Frau so eine Angst machen im Sinne von: „Ja, du kannst das heute noch gar nicht sagen. Warte mal erst mal, bis das Baby da ist. Und es stimmt einfach nicht. Und ich finde, da müssen wir erstens aufhören, Frauen Angst zu machen, aber – und das ist mir so wichtig und das ist unbequem, das zu sagen, weil ich weiß, in diesen ganzen Female Networks ist es ganz oft so, dass Frauen sich hinstellen und sagen: „Man muss das und das und das für Frauen tun und es muss das und das getan werden. Bin ich überall dabei. Gleichzeitig müssen Frauen auch ganz viel selber tun und ganz viel selber laut sein. 

00:26:54,214 --> 00:27:19,154 [Julia Carstens]
Findest du? Mein Eindruck ist eher, dass sich das auch ein bisschen geändert hat in den Netzwerken, dass das vielleicht mal so war, aber dass jetzt, wenn man zu solchen Veranstaltungen zu treffen geht, auch sehr viel mehr auch auf sich selbst geschaut wird und geschaut wird: „Was kann ich eigentlich machen oder wo müssen wir uns auch selbst vielleicht mal ein bisschen hinterfragen? Ich habe schon das Gefühl, dass da auch so ein kleiner Shift vielleicht ist und im Endeffekt muss natürlich alles ineinander greifen. 

00:27:19,154 --> 00:27:34,874 [Insa Horsch]
Ja, vielleicht. Vielleicht habe ich mittlerweile so einen leicht negativen Bias, weil ich mich seit Jahren in diesen ganzen Netzwerken tummel. Ich bin jetzt noch mal bummelig, zehn Jahre älter als du. Kann sein, dass das tatsächlich besser geworden ist. Ich versuche, das noch mal zu reflektieren. 

00:27:34,874 --> 00:28:03,793 [Julia Carstens]
Wir nehmen das beide noch mal mit und gucken mal bei den nächsten Treffen. Insa, ich würde gerne noch mal den Bogen schlagen, so ein bisschen zu Schleswig-Holstein. Ja, wir haben hier viele Netzwerke, die auch nicht unbedingt Männer ausschließen. Ich finde, das ist auch noch mal wichtig, zu sagen. Aber ja, auch Netzwerke, die sich gegründet haben für Frauen. Und wir haben ja viele tolle Frauen bei uns im Land. Wenn du jetzt mal so dich umguckst hier, fällt dir so spontan irgendjemand ein, bei dem man sagen könnte, okay, die ist wirklich ein Role Model, die sollte man mal hervorheben. 

00:28:03,793 --> 00:29:37,714 [Insa Horsch]
Also ich glaube, in meinem Food-Bereich sozusagen ist meine absolute Lieblingsgründerin gerade Merle Scheer. Die kommt aus Lübeck und kommt aus diesem Gate49-Netzwerk oder Inkubator. Die macht Tempeh und das auf einem super hohen Niveau und auch mit einer ganz, ganz tollen Gründungsgeschichte. Sie hat zusammen gegründet mit einem Mann, also auch ein gemischtes Gründungsteam, was ich immer sehr, sehr gut finde. Die beiden ergänzen sich ganz toll. Also Merle, finde ich, ist so eine Person, die muss man sich mal näher angucken und weiter beobachten. Und dann haben wir natürlich hier in Kiel, ich glaube, beim Thema Gründen, aber auch beim Thema Nachfolge fällt ja jedem sofort Janine Kordes ein, die ja einfach auch hier sehr, sehr präsent ist mit den Kieler Kaufleuten oder Kieler Kaufmannschaft und so weiter. Und jetzt hat sie gerade noch ein Tee-Unternehmen übernommen. Also die macht einfach coole Sachen und ist ja auch über eine sehr unglückliche Nachfolge sozusagen zu ihrem Unternehmen gekommen und macht das großartig und hat sich in dieser Rolle so gefunden. Also ich finde, die ist ein totales Role Model. Wer fällt mir noch ein? Ich glaube, man kommt in Kiel und Umgebung nicht an Kristin Recke vorbei als Moderatorin, die ich auch cool finde, weil sie sich über all die Jahre ... Also erstens, weil sie dieses sehr, sehr große eigene Thema hat, für das sie sich positioniert, also Meeresschutz. Das ist ja auch als begeisterte Seglerin einfach ein Thema, was mich nicht loslässt. Und zum anderen hat sie sich einfach als Redakteurin, als Moderatorin über die Jahre so einen guten Namen aufgebaut und eben parallel noch ihren wunderbaren Sohn großgezogen. Also das ist auch ein tolles Beispiel, finde ich, wie es gehen kann. Gib mir noch einen. Kirsten Mickelsen, die ist auch, muss man sich angucken, gerade auch beim Thema Gründung und Co. 

00:29:37,714 --> 00:29:39,453 [Julia Carstens]
Da sind wir dann wieder ein bisschen im nördlicheren Teil des Landes auch. 

00:29:39,454 --> 00:30:29,994 [Insa Horsch]
Genau, Flensburg. Genau. Ich mache so Lübeck, Kiel, Flensburg. Ich tüdel mich so durch. Und wen ich erwähnen möchte, weil sie super cool ist und weil sie keiner kennt und weil es nicht so ein klassisches Role Model ist, ist Natalie Krakowski. Ich weiß nicht, ob du sie erlebt hast beim Waterkant Festival? Nein, leider nicht. Hat, muss man sagen, das Unternehmen Käsekrake gemacht, einen veganen Käse. Den gibt es nicht mehr. Das heißt also, es ist auch wieder so eine klassische Geschichte: Sie hat es versucht und es hat nicht geklappt. Und damit geht sie so cool um und sie macht es so gut und jetzt macht sie schon wieder was Neues. Und das ist, finde ich, auch so ein schönes Beispiel für: Scheitern ist überhaupt nicht schlimm, sondern einfach ein Teil des Weges. Und wichtig ist, was macht man danach? Und das macht Natalie großartig. Also ich finde, das ist auch toll, sich sowas einfach noch mal anzugucken und auch da noch mal unser Mindset zu ändern. 

00:30:29,994 --> 00:30:48,274 [Julia Carstens]
Ja, cool. Toll. Also alle die Genannten gerne noch mal angucken, sich angucken, was die machen, weil das ist wirklich auch sehr unterschiedlich. Du hast sehr unterschiedliche Beispiele genannt. Das finde ich super. Das ist auch Female Empowerment. Und würdest du denn sagen – und jetzt komme ich noch mal zu den Gründungen zurück –, dass es im Moment eine gute Zeit ist, ein Unternehmen zu gründen?

00:30:48,522 --> 00:32:05,862 [Insa Horsch]
Ja, mit zehn Ausrufezeichen. Also ich finde, einer meiner Leitsätze ist tatsächlich, es gibt so viel mehr Gründe, Gutes zu tun und gerade einfach auch zu gründen, als es nicht zu tun. Wir haben so viel mehr Chancen als Risiken, gerade auf der Welt. Und ich finde, das ist auch ein sehr deutsches, ein sehr Mindset-lastiges Thema, sich immer nur auf die Risiken zu konzentrieren. Eigentlich ist es gerade so cool, muss man ganz klar sagen. Wir haben unglaublich tolle Förderungen, die es gibt, sowohl hier im Land als auch deutschlandweit. Der Markt ist so im Umbruch, gerade in ganz, ganz vielen Bereichen, also nicht nur im Foodmarkt, sondern ganz generell, weil gerade so viel sich verändert. Und ich sage immer, ich fühle so eine Art Vibrieren. Also ich habe das Gefühl, es passiert gerade unglaublich viel und wer in diesen Zeiten etwas schafft oder etwas auf die Beine stellt und auch das Gefühl hat, es passiert was und da verändert sich was, das macht doch total Spaß. Also man kann gerade so unglaublich viel mitgestalten und so unglaublich viel neu aufsetzen und ausprobieren. Ich finde, gerade ist auch so eine Ausprobierzeit, weil sowieso so viel, ich will nicht sagen, den Bach runtergeht, aber sich stark verändert. Also viele Dinge, von denen wir immer geglaubt haben, die sind unantastbar, die sind gerade einfach, ja, werden über den Haufen geschmissen. Und das ist eine super Zeit, um zu gründen. Definitiv. 

00:32:05,862 --> 00:32:49,422 [Julia Carstens]
Ja, interessant. Weil man ja oft andere Stimmen hört, muss man sagen. Und du bist jetzt sehr gegenteilig unterwegs. Das finde ich total schön, auch mal die Seite zu sehen, dass man sagt: „Okay, im Moment liegen die Chancen auch ein Stück weit auf der Straße. Absolut. Man muss sie ergreifen. Und ich glaube, gerade in der heutigen Zeit, in der wir alle miteinander leben, ist es so wichtig, auch wenn man in diese Verantwortung gehen möchte, sich das zutraut, das dann auch zu machen, weil das hat auch am Ende was mit gesellschaftlichem Zusammenhalt zu tun. Und den brauchen wir heute mehr als je zuvor, würde ich sagen. Absolut. Ja, Insa nun ist es ja so, du bist ja Hamburgerin. Ist ja nicht schlimm. Aber du bist ja jetzt hier im echten Norden gelandet. Das finden wir sehr gut. Wie bist du denn hier gelandet? Und warum hast du dich für Schleswig-Holstein entschieden? 

00:32:49,422 --> 00:36:22,002 [Insa Horsch]
Das ist eine gute Frage. Ist nicht schlimm, dass ich Hamburgerin bin? Oh je. Tatsächlich bin ich schon immer irgendwie hier. Ich habe meine ganze Freizeit, mein ganzes Leben lang hier immer verbracht. Ich habe ja schon gesagt, ich bin begeisterte Seglerin. Ich habe sehr viel Zeit in Kiel-Schilksee verbracht, sehr viel Zeit aber auch in Travemünde. Und irgendwann war sowohl für meinen Mann, der im Übrigen auch echter Hamburger ist, als auch für mich die Frage: Was wollen wir eigentlich? Und dann sind wir Eltern geworden und dann haben wir überlegt: Was machen wir? Wo wollen wir wohnen? Wir haben in Hamburg mitten in der Stadt gewohnt und da war irgendwann für uns klar, das wollen wir nicht mehr. Und wir haben, wie gesagt, unsere ganze Freizeit immer hier verbracht. Da haben wir immer gesagt: „Wie wäre es denn, wenn wir einfach hier wohnen? Und da hat Corona uns ein bisschen in die Karten gespielt, muss man ganz klar sagen. Das war die Phase, in der wir uns dann auch beide wirklich selbstständig gemacht haben. Es war die Phase, wo wir beide quasi gesprungen sind, wo wir sehr viel Mut bewiesen haben. Und dann haben wir gesagt: „Ja, dann lass uns doch auch mal versuchen, hier zu wohnen. Und das machen wir jetzt seit 2021 und wir lieben es. Also es ist wirklich ein anderer Lifestyle als in der Stadt. Ich weiß, dass es auch viele, die in Hamburg wohnen und dann ein bisschen weiter draußen wohnen, ein bisschen ländlicher wohnen, ähnlich sagen. Und denen sage ich immer allen: „Nein, ganz ehrlich, ihr habt keine Ahnung. Also wenn ich in Hamburg, nehmen wir an, Wellingsbüttel oder Volksdorf oder irgendwo wohne, natürlich habe ich da auch, keine Ahnung, ein bisschen mehr Platz. So, aber das, was hier Schleswig-Holstein auszeichnet, ist ja, finde ich, ich sage immer, hier ist eine andere Luft, hier ist ein anderer Wind, hier ist ein anderer Himmel. Allein, dass hier Himmel ist, dass ich diese Weite habe, das ist schon so beeindruckend und besonders. Und diese Weite, die gibt einem so viel. Also das, finde ich, ist etwas, was Schleswig-Holstein sehr charakterisiert. Und wenn mich jemand fragt: „Beschreib doch mal, dann komme ich meistens über dieses Thema Raum, dass ich immer sage: „Na ja, hier ist halt Platz. Also es geht los damit, dass du immer einen Parkplatz findest. Es geht weiter damit, du brauchst eigentlich nirgendwo länger als eine halbe Stunde hin, meistens eher sogar nur eine Viertelstunde. Und allein dieses Gefühl von „Ich habe genügend Platz, kann auch ein Kita-Platz sein, das ist, finde ich, schon mal was, was ganz, ganz viel mit einem macht, weil dieser innere Stress: „Oh Gott, finde ich gleich einen Parkplatz? Oder: „Was mache ich, wenn es keinen Platz im Restaurant gibt oder so? Hier ist Platz. So, das ist das eine. Also Platz, so ganz normal verstanden, wörtlich verstanden, den gibt es hier definitiv. Und ich finde aber, das macht ja auch was mit dem Kopf, mit dem Geist. Also wenn ich auf einmal Platz oder nennen wir es Raum habe, dann habe ich auch Raum zum Denken, dann habe ich auch Raum zum Fühlen. Und ich bemerke das immer bei uns, da wo wir wohnen, da haben irgendwie alle auch gefühlt mehr Zeit, sich umeinander miteinander zu kümmern, weil dieser Raum, der entsteht, wenn du halt einfach nicht permanent gestresst bist, wenn du nicht permanent diese Lautstärke und diese Enge hast, die ja nun mal so große Städte mit sich bringen, der macht ja was mit Menschen. Und ich hatte das heute Morgen. Ich war heute Morgen schwimmen und das Wasser war schon richtig kalt. Das ist noch mal so. Und dann ist mir ein Herr entgegengekommen mit seinem Hund und wir haben dann kurz Moin gesagt. Mehr sagt man ja auch nicht. Das ist ja hier in Schleswig-Holstein ein ganzer Satz. Alles gesagt, ne? Genau. Und dann war es immer so lustig, weil dann musste ich so lachen. Und dann dreht er sich um, war eigentlich schon an mir vorbei und meinte: „Warum lachen Sie denn so? Und ich sagte: „Ich lache über Ihre Socken, die finde ich gut, weil er hatte Backboard-Steuerboard-Socken an. Er hatte eine linke Socke, die war rot und eine rechte Socke, die war grün. Und da hat er sich so gefreut und es war so eine schöne Begegnung. Und er hat sich kurz Zeit genommen, herauszufinden, warum ich lache. Und ich habe mir Zeit genommen, mir seine Socken anzugucken. Und das ist so ein schönes Beispiel für ein kurzes Treffen in Schleswig-Holstein, finde ich. Ja, ich mag das sehr hier. 

00:36:22,002 --> 00:37:30,202 [Julia Carstens]
Total schön. Ich habe auch so ein Beispiel. Erzähl. Ich habe vorher, als ich ... Vorher habe ich in Berlin gewohnt, bevor ich nach Schlewig-Holstein gezogen bin. Und in Berlin, ja, viel los. Ist auch schön, aber das macht was. Auch das macht was mit Menschen, wie du eben gesagt hast. Und öfter wird man ja, wenn man da einen Parkplatz sucht zum Beispiel, auch mal, dann wird der Ton mal ein bisschen rauer, will ich mal sagen. Und dann bin ich hierhergefahren nach Kiel mit meinem Umzugswagen, bin hier angekommen und wollte in meine neue Straße einbiegen und dann kam mir eine Frau entgegen und das ist so eine Sackgasse gewesen, alles total eng. Und ich dachte schon, mit meinem Berliner Mindset noch, jetzt pöbelt die mich gleich an und ich mache das Fenster runter und sie auch und sie sagt: „Ich wollte Ihnen nur sagen, dahinten ist ein Parkplatz. Und ich dachte: „Ja, okay. Aber wie cool. Das läuft hier anders in Schleswig-Holstein. Ich finde, das beschreibt es auch ganz schön. Ja, das stimmt. Weil das macht nämlich wirklich was mit Leuten, diese Weite, dieses Weggepuste auch mal von vielleicht auch schlechten Gedanken. Das gehört, finde ich, schon dazu, weil Schleswig-Holsteinerin und Schleswig-Holsteiner sagen ja auch oft, sie mögen den Wind und das kann ich total nachvollziehen. Und diese Entspanntheit ist, glaube ich, was, was uns hier schon ziemlich auszeichnet. 

00:37:30,202 --> 00:37:58,502 [Insa Horsch]
Ja, und dein Beispiel finde ich schön, weil das auch zeigt, was wir hier machen, auch weil es ja hier nicht so viele Menschen gibt, muss man ganz klar sagen. Also es ist ja teilweise auch wirklich nicht dicht besiedelt und wir achten aufeinander. Wir denken mit so und wir gucken: „Ist da hinten ein Parkplatz? Kann ich das der Person sagen? Oder wir gucken auch: „Mensch, die Nachbarin habe ich seit fünf Tagen nicht gesehen. Ich gehe mal vorbei. Es ist hier irgendwie wichtig, aufeinander zu achten und das mag ich sehr. 

00:37:58,502 --> 00:38:23,182 [Julia Carstens]
Ja, ich auch. Ja, Insa, ganz, ganz herzlichen Dank für das Gespräch. Ich danke dir sehr für die Einblicke, die du uns gegeben hast, sowohl in dein Unternehmen, in deinen Alltag, bei dem Begleiten von Gründerinnen und Gründern, als auch deine tolle Arbeit, die du machst als Moderatorin, Speakerin, Podcasterin und natürlich auch beim ganzen Thema Female Empowerment und auch als Frau nach vorne zu gehen und einfach mal zu machen. Vielen, vielen Dank. 

00:38:23,182 --> 00:38:26,642 [Insa Horsch]
Vielen Dank für deine tollen Fragen. Das hat mir ganz großen Spaß gemacht. 

00:38:26,642 --> 00:38:33,942 [Julia Carstens]
Mir auch.