Heißer Draht zur Wirtschaft

Schleswig-Holstein gründet seinen ersten Mittelstandsbeirat

Um den rund 123.000 kleinen und mittelständischen Unternehmen in Schleswig-Holstein bei der Landesregierung eine starke Stimme zu verleihen, hat sich im Wirtschaftsministerium erstmals ein Mittelstandsbeirat konstituiert. „Mit diesem Berater-Gremium liefern wir nach 100 Tagen Amtszeit einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu unserem Ziel, das mittelstandsfreundlichste Bundesland zu werden“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz nach der Gründungssitzung in Kiel.

Das Gremium besteht neben dem Minister aus sieben Experten und Praktikern aus Industrie, Handel, Handwerk, Freien Berufen, Wirtschafts­förderung und Wissenschaft. „Damit geben wir dem Mittelstand die Möglichkeit, den kurzen Draht zur Politik zu halten und uns wichtige Impulse zu geben – insbesondere bei den Themen Bürokratieabbau, Fachkräftegewinnung, Unternehmensnachfolge oder dem Ausbau der verkehrlichen wie digitalen Infrastruktur“, so Buchholz. Der Beirat soll vierteljährlich tagen und die Landesregierung bei allen mittelstandsrelevanten Themen beraten.

Wie der Minister sagte, gehe es unter anderem darum, die Betriebe von bürokratischen Lasten zu befreien und auch das Vergaberecht zu verschlanken. Entsprechend dem Koalitionsvertrag solle der Beirat aber auch ein breites Spektrum von Wirtschaftsbereichen vertreten und den regelmäßigen Dialog der Landesregierung mit Kammern und Verbänden ergänzen. „Es geht darum, seitens der Praxis frühzeitig Probleme zu identifizieren und gemeinsam effiziente Lösungswege zu erarbeiten“, so Buchholz.

Damit sich die Unternehmen künftig auf einheitliche Vergaberegeln stützen können, plant die Landesregierung analog zu Hamburg die so genannte Unterschwellenvergabeord­nung des Bundes einzuführen. Damit besteht insbesondere für kleinere Betriebe die Möglichkeit, sich ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand gleichermaßen auf kleine wie große Ausschreibungen zu bewerben. „Wir haben es aktuell in vielen Bereichen mit einer enormen Fülle an Kontroll- und Nachweispflichten zu tun, die unsere Mittelständler schwächen statt stärken. Hier wollen wir mit Hilfe des Beirats langfristig wieder auf ein gesundes Maß an Bürokratie zurückkommen“, sagte Buchholz.